Rechtssysteme – USA und Deutschland

Da Immobilienkäufe und –verkäufe Rechtsgeschäfte sind, ist es zunächst wichtig, sich über die Unterschiede im Rechtssystem zwischen Deutschland und den USA zu informieren. Das amerikanische Rechtssystem basiert auf dem Common Law, während das deutsche Rechtssystem sich aus dem Römischen Recht entwickelt hat. Die hauptsächlichen Unterschiede bestehen in der juristischen Praxis. Das Common Law arbeitet vorwiegend mit juristischen Präzedenzurteilen, während Juristen in Deutschland sich vor allem auf das geschriebene Gesetz stützen. Um die Unterschiede detailliert hervorzuheben, müssten Juristen beider Systeme hier ausführliche Abhandlungen darlegen.

In der Kürze sei nur aufgezeigt, dass die amerikanische Rechtsprechung sich hauptsächlich auf bereits gefällte Urteile stützt und dem praktischen Recht Folge leistet, während deutsche Juristen sich auf das stützen, was geschrieben steht. Bei Rechtsgeschäften in Deutschland ist gesetzlich alles klar geregelt und für jeden Vorgang gibt es ein eine entsprechende Gesetzgrundlage mit verschiedenen Erläuterungen. An diese schriftlichen Fixierungen gebunden, müssten Urteile in den überwiegenden Fällen klar zu fällen sein.

Nach dem Common Law orientiert sich der Richter selbstverständlich zwar auch an bestehenden Gesetzen, aber auch an vergleichsweiser Rechtsprechung. Urteile werden demnach nicht zwingendermaßen mit geschriebenen Gesetzen untermauert, sondern durch Praxistauglichkeit für das Gemeinwohl gestützt. Für Immobilienkäufe bedeutet dies, dass nicht sofort im Falle eines Rechtsstreits klar ist, wie das Urteil ausfallen wird, sondern dass dies stark vom jeweiligen Richter abhängt.

Ein wesentlicher Unterschied besteht bei Immobilienkäufen in Florida im Unterschied zu Deutschland darin, dass dort ein Eigentümerwechsel nicht mit einem Eintrag in ein öffentliches Grundbuch einhergeht. Man kann die Besitzanzeige im Grundbuch (Constructive Notice siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/Constructive_notice ) eintragen lassen, was aber nur einem deskriptiven Akt entspricht. Ihre Rechtskraft ist dadurch nicht bindender als wenn man einen Vertrag unterzeichnet und damit ein Rechtsgeschäft nach der Actual Notice (siehe auch http://en.wikipedia.org/wiki/Actual_notice ) eingeht.

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