Maklertätigkeit

Während in Deutschland auch Immobiliengeschäfte privat durchgeführt werden können – immerhin wird der Eigentumswechsel durch den Grundbucheintrag vollzogen und nicht bereits mit Unterzeichnung des Kaufvertrages – werden Geschäfte dieser Art in den USA ausschließlich über einen Makler abgewickelt. Der Maklerberuf in den USA ist eine sehr wichtige Institution. Jeder, der im Immobiliengeschäft vermittelnd tätig wird, verfügt über eine staatliche Lizenz. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Deutschland.

Hier darf sich theoretisch „Immobilienmakler“ jeder nennen, der diese Bezeichnung auf eine Visitenkarte drucken lässt. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass deutsche Makler keinerlei Kompetenznachweise erbringen könnten. Das können sie über ihre Zugehörigkeit zum Immobilienverband Deutschland (IVD), der als Qualitätsgarant gilt. Eine staatliche Zulassung oder eine Art Berufsausbildung gibt es hierzulande nicht.

Weil in den USA die Rechtsgeschäfte im Immobilienbereich bereits mit Vertragsunterzeichnung rechtsgültig werden, legen die Staaten äußersten Wert darauf, dass nicht jeder unkontrolliert Immobilien verkaufen bzw. vermitteln darf. Deutschland schützt sich durch den Grundbucheintrag und der Möglichkeit, so noch einmal von einem Kaufvertrag zurücktreten zu können, falls berechtigte Zweifel entstehen, da der Kaufpreis erst mit der notariellen Beurkundung fällig wird, die den Grundbucheintrag zur Folge hat. Und die USA schützen sich durch Lizenzierung ihrer Makler.

Lizensiert sind amerikanische Makler immer, aber es bestehen Unterschiede in den Lizenzen. Diese Unterschiede machen sich an den Jahren der Berufserfahrung aus. So kennt man dort „Salespersons“, auch Real Estate Agents genannt, Real Estate Broker und letztlich den Realtor®. Worin sich diese drei Bezeichnungen unterscheiden, soll hier kurz aufgezeigt werden:

• Salesperson bzw. Real Estate Agent

Ein Agent lässt sich erstmalig als Immobilienmakler nieder und erhält die staatliche Lizenz des Bundestaates, in dem er praktizieren will. Er verfügt noch über keine Berufspraxis, was selbstverständlich keinen Rückschluss auf seine theoretische Fachkompetenz geben soll. Es geht nur darum, ob er erstmalig die Lizenz als Makler beantragt. Mit dieser Lizenz erwirbt er die Berechtigung, sich „Salesman“ oder „Real Estate Agent“ zu nennen.

• Real Estate Broker

Hat der Makler als Salesman / Real Estate Agent nun einige Jahre Berufserfahrung gesammelt, kann er sich um eine Lizenz als Real Estate Broker, oftmals auch „Qualifizierter Broker“ genannt, bemühen.

• Realtor®

Zu guter Letzt gibt es noch den Realtor®. Wie man sieht, ist dies ein rechtlich geschützter Begriff in Form einer eingetragenen Marke. Als Realtor® darf sich ein Real Estate Broker erst dann bezeichnen, wenn er der National Association of Realtors® (NAR) beitritt. Die Bezeichnung Realtor® zeigt, dass der Broker diesem größten Immobilien-/Maklerverband angehört. Man kann es vielleicht mit unserem Immobilienverband Deutschland vergleichen. Ein Realtor® verfügt nicht nur über eine vieljährige Berufserfahrung, sondern auch über die Unterstützung des Verbandes. Weitere Informationen gibt der NAR selbst: http://www.realtor.org/realtororg.nsf/pages/whoisarealtor

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