Der Kaufprozess

Wer den Kaufpreis für eine Immobilie hat und keine Finanzierung benötigt, für den gestaltet sich das Prozedere wesentlich einfacher. Man nimmt Kontakt zu einem Maklerbüro auf, die auch in den USA tätig sind, oder aber die mit amerikanischen Maklern (Agents, Broker oder Realtor®) kooperieren. Man reist kurzfristig für maximal 90 Tage ohne Visum (mit gültigem Rückflugticket) in die USA ein, besichtigt eine Immobilie, unterzeichnet bei Gefallen den Kaufvertrag, stellt den Kaufpreis zur Verfügung und kommt direkt zum Closing. Das kann unter Umständen relativ schnell gehen, weil dabei solche Grundbucheintragungen nicht notwendig sind.

In jenen Fällen, in denen finanziert werden muss, werden normalerweise bis zu 70% des Immobilienwertes von einer Bank finanziert, d.h. 30% bringt der Käufer an Eigenkapital mit. Die Bank vor Ort, also eine amerikanische Bank, übernimmt die Finanzierung, da ihr im Falle der Zahlungsunfähigkeit per Zwangsvollstreckung (Foreclosure) auch die Immobilie zufallen würden. Deutsche Käufer finanzieren also demnach bei einer amerikanischen Bank. Um überhaupt eine Finanzierung zu erhalten, bedarf es der Bescheinigung der Kreditwürdigkeit (Pre-Approval). Dazu benötigt die finanzierende amerikanische Bank viele Dokumente, Gehaltsbescheinigungen, evtl. den Arbeitsvertrag, Bescheinigungen der deutschen Hausbank und viele andere schriftliche Belege, dass man kreditwürdig ist, zum Beispiel auch ein Schufa-Auszug, der als deutscher Beleg für die amerikanische Bank der Kreditanfrage beigelegt werden kann.

Diese Dokumente sind zunächst zu besorgen und man lässt sie direkt an die amerikanische Bank schicken. Erst, wenn alle Dokumente komplett der finanzierenden Bank vorliegen, wird sie darüber entscheiden, ob sie bereit ist einen Kredit zu gewähren oder nicht. Man kann sich sicherlich vorstellen, dass dieses Verfahren sehr langwierig sein wird. In diesem Fall fliegt man nämlich nicht nach Florida, sieht eine Immobilie und kauft sie, sondern man unterzeichnet einen Vertrag erst, wenn die Bank ihre Finanzierungszustimmung signalisiert.

Daher sollte man sich um sein Pre-Approval zuerst bemühen und dann in die Staaten zwecks Immobilienbesichtigung und evtl. Kaufabsichten fliegen. Umgekehrt funktioniert es nicht. Bis man dann alle Dokumente zusammen hat, die die Kreditwürdigkeit belegen und die auch von der amerikanischen Bank so akzeptiert werden, kann das begehrte Kaufobjekt am Ende schon längst jemand anderem verkauft worden sein.

Impressum    Kontakt